Wednesday, October 04, 2006

Föhn oder Fön

Tja meine Lieben lang ist´s her, dass ich mich zu einer guten Geschichte genötig sah, aber heute, ja heute, ist´s wieder mal soweit. Also haltet euch fest, es geht gleich voll aufs ganze.

Vor kurzem las ich im Spiegel dass man "dem Deutsch retten" soll. Sozusagen zurück zu den Wurzeln, back to the roots, weg von den Anglizismen und anderen Sprachverwirrungen, sonst laufen wir(sic!) Gefahr auszusterben. Nun stellt sich mir die Frage, wer zum Teufel ist wir? Sind wir alle die am Sonntag wählen waren, oder sind wir alle die blaue Texashosen tragen, oder sind wir die einem Idiom nachhängen das man landläufig als "deitsch" bezeichnet, oder sind wir alle die uns immer wieder die Frage stellen warum man sich das alles an tun muss. Was alles? Naja, ich hab bekanntlich meinen Faden verloren,... welchen Faden? Bin ich Schneider oder Pirat? Nein, ich bin kein Schneider, weder ausgebildet noch geboren, da ist´s dann kein Wunder dass ich mal meinen Faden verlier. Als Pirat sollte man eher doch auf Kurs bleiben.

Ja, so ist das mit der "Deitschen" Sprache. Ich selbst fühle mich meinen anglophilen Lesern, soll ich sie Fans nennen, darf ich dich Fan nennen, verpflichtet einen kurzen Abriss meiner Schreibwut zu widmen, damit die auf ihrer Insel und Halbinsel auch wissen, was so abgeht.

Ja jetzt gehen wir aber in "medias res", nein das ist kein spiegelkolportierter Anglizismus, das ist ein sogenannter "Sinnspruch", aber das lassen wir mal. Wir sind ja keine Klosterschule, oder doch?

Vor kurzem bin ich an einem nachwahligen Morgen, es war Montagmorgen um es zu präzessieren einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgegangen, dem Busfahren. Es gibt nichts besseres als Busfahren, sich mit einer unbekannten Anzahl frisch polierter Gleichgesinnter im Inneren der Blechschüssel woanders hineinschaukeln lassen. Ob sie alle gleich gesinnt sind, weiß ich nicht, aber zumindest bewegen wir uns gezwungener Weise durch einen Busfahrer, der meist extramies gelaunt ist und einer sehr einsilbigen Sippe anzugehören scheint, in die gleiche Richtung. Der eine der weiter vorne sitzt ist dann früher am Ziel, als der in der hinteren Reihe, aber immerhin die Richtung bleibt die selbe.
Man stelle sich vor, man wird beschallt von Radio Tirol, Stephan Mross bläst einem mit seiner Trompete, die bekanntlich auf den Namen Stephanie hört den letzten Staub aus dem Innenohr. Wenn man sich ganz fest anstrengt kann man auch aufgrund des Geruchs herausfiltern, dass entweder der Typ der vorn einem Sitz seine Lodenjuppe entweder in einer Weißwurstsiederei am Münchner Oktoberfest getragen hat, oder der Letzte in-den-Bus-Speiber zumindest vor seinem Erguß irgenwas mit Weißwurst zu tun gehabt haben muss. In dem Fall wünsche ich mir eine akute Erkältung und damit einhergehenden Gehörsturz. Der Typ vom Vordersitz liest(sic!) "die Neue", für alle die sie noch nie als Sitzunterlage oder zum Aufwischen benutzt haben sollten, es handelt sich hierbei um die Tirolerische Ausgabe eines sogenannten Revolverblattes im Format von Täglich Alles nur ein wenig weniger Konsistenz, denn Täglich Alles war schließlich lackiert und brauchte dementsprechend zum Verrotten dreisigmal so lang wie die Neue. Also er liest die Neue, die Neue schreibt, oder besser irgendwer schrieb in die Neue über den Wahlausgang, dass die Welt freundlicher unter einem sozialen Kanzler erscheine. Das kann sogar stimmen, denn zwei Männer sitzen schon um neun am Morgen bei einem Bier vor dem Lollipub, wieder ein Anglizismus den man mir nachsehen will, und prosten sich auf ihre wiedererlangte Freiheit zu, oder was weiß ich, aber zumindest schauen sie dabei nicht schmerzverzerrt wie in den Wochen davor. Also irgenwas muss dran sein.
Der Neueleser outet sich nun raumgreifend als FPÖwähler, indem er hinauposaunt, äger als Stephan Mross, dass er dem HC seine Stimme gab, weil der mal wieder aufräumt. .... Radio Tirol summt weiter vor sich hin, irgendwas von Sierra Madre, die Weißwurstwolke hängt immer noch im Lodenjanker, es ist kalt und feucht,... "Schön dass wir deutsche Volkmusik hören" gibt er von sich. Erstaunt schaut er auf seine falsche Rolex die er im gerade vergangenen Türkeiurlaub bei nordafrikanischen Strandhändler erstanden hat und muss feststellen, dass der graue rauhe Morgen trotz der rosaroten Brille verspätet anfängt. Schuld sind die "Deitschen" die mit ihrem "Tag der Eineiigkeit"(originalzitat Weißwurstmann 2006) alles verstopfen. Ja schuld sind die "Deitschen", am Wetter, am Verkehr, am Wahlausgang und am Wurstduft, denn hätten sie diese Würschte nicht erfunden, dann wär´s doch um einiges erträglicher. Dann muss man nur noch Lodenmäntel, RadioTirol am Morgen und Busfahren abschaffen. Dann wäre alles viel leichter,...

Mir gehts gut, ich bin voll unterwegs, es gibt einiges Neues, was nie und nimmer in der neuen stehen würde, aber davon mehr in ein paar Tagen. Die Zeichen stehen auf Sturm.

3 comments:

Anonymous said...

Nothing wrong with having a beer at 9am...we have a special name for that in Orkney, it's called Breakfast!

Anonymous said...

i´m glad that someone is reading my dull writing! i think we should call it breakfast as well!
gareth how are you? still orkney or back on the island called mainland?
greetz,

Anonymous said...

I'm on the island known as the mainland, but unfortunately is the mainland of Orkney, and not mainland UK!