Monday, January 29, 2007

Hopp auf!

Es gibt Momente im Leben in denen man, erst im nachhinein bemerkt, an einem Kreuzungspunkt steht. Naturwissenschaftliche Piraten und Piratinnen würden sagen: Aktio et reaktio! Haust du mir aufs Aug, hau ich dir auf Maul. Treff ich dich am Mund,... und so weiter. Wie es dann ausgeht ist bekannt. Aber wie oft geschieht einem Piraten etwas unerhofftes, also eine Ablöse der Gewohnheit, nicht täglich grüßt das Murmeltier, sondern wirklich was eigentlich wunderbares und man macht aus der Macht der Gewohnheit heraus so weiter wie die Wochen, Monate oder gar Jahre zuvor.
Da haut einer einem eine aufs Maul und man geht einfach weiter. Als ob man es gar nicht gespürt hätte. Ist es so, dass man den Schlag und die Schmerzen nicht spürt, und erst viel später sieht man die blauen Flecken. Wer verdammt war das noch mal, warum wollte jemand eine Reaktion hervorrufen.
Ich kenn das nur allzu gut, man steckt im Sumpf der gesellschaftlichen Norm, man tut sich benehmen, man macht nie etwas unüberlegtes. Immer schön rational, oder doch eher rationel? Platon oder Planung? Wieso geht man nicht den Weg von Aristoteles, einfach etwas versuchen, den Kopf hinhalten und warten ob jemand zurückschlägt. Ob dies dann schmerzt oder nicht kann man nur im Nachhinein sagen, zuerst muss man getroffen werden. So ist das mit den Reaktionen.
Nun stehe ich wieder mal da und sehen die vielen blauen Flecken, kann sie eigentlich zuordnen, aber dass ich mich aufmachen würde, diese zu rächen war und bin ich zu bequem. Besser wär´s.
Wie ist es nun, wenn jemand einem das Herz verletzt. Angefangen von einem kleinen "Schups", was definitiv kein Piratenwort ist, bis hin zum allseits bekannten Herzbruch, eine Coronarfraktur sozusagen? Wie sollen solche inneren Verletzungen geahndet werden?

Immerhin bin ich nun vom Thema abgekommen, ich hab mich weder geprügelt noch hat mir jemand mein Piratenherz gebrochen. Nur hab ich immer wieder in der letzten Zeit blau Flecken gefunden, die ich solchen zwischenmenschlichen Prügeleien zuordne gefunden und ich bin nie Pirat genug mich einer Reaktio zu stellen. Deswegen lass ich mir von aller Orten zurufen: Hopp auf, hopp auf! Naja, ob ich diese sportliche Herausforderung annehmen kann, oder ich mich doch noch eine Zeit in den Meeren der Welt vergnüge weiß ich noch nicht, nur eins weiß ich, das nächste mal werde ich mich wehren.
Liebe Grüße aus Tortugabay, Floggo

Thursday, January 18, 2007

Hallo guten Mo!

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Sie sitz an der Bettkante und wippt mit den Beine. "Schatz fahr doch noch in die Stadt und bring ein paar Vorräte mit, es ziehen Stürme auf!" Er springt auf, streift sich seinen Superman-Pullover über den leicht vorhandenen Bauchansatz und geht ins Bad. "Eigentlich ist´s schon vermessen, jeden Tag so früh aufzustehen nur um in der Gesellschaft zu bestehen!"
Nach der semi-erfolgreicher Wäsche macht sich Superman auf um mit dem Postbus in die Großstadt zu fahren. Eigentlich wäre es ihm ein leichtes dort hin zu fliegen, aber dann muss er sich wieder duschen und das ist ihm eindeutig zu viel. Seine Wangen sind noch geziert von den Zahnpastanarben, so als ob er gerade von ein misslungenen Mensur einer Zahnbürstenburschenschaft kommen würde, aber eigentlich ist´s nur ein Zeichen zeitlicher Nachlässigkeit. Aber im Grunde ist´s egal, er ist ja Superman.
Der Bus fährt mit der Aufschrift ATTACKE!! in die Haltestelle im "Killerbusstil" ein, öffnet alle Türen, lässt die morgenliche Kälte ins warme Innere, Augen öffnen sich, Türen schließen sich. Er sitzt im neben einer alternden Dorfschönheit, die damit beschäftigt ist, ihre Jeans über die Unterwäsche zu ziehen oder ein und auszuatmen. Superman ist auf der Suche nach der Erfüllung seiner Fantasien, welche die auch immer sein mögen. Die Dorfschönheit hilft ihm dabei.
Die Westwetterlage ist westlicher denn je, treibt die Wolken vor sich hin, im Osten sollte bald die Sonne ein Stückchen Licht an den Horizont zaubern. Superman meint vermeintlich eine Jazzmelodie am Himmel wieder zu erkennen. In diesen xylophonen Himmel kanonieren Schneekanonen Wasser wie der Wasserspuckende Riese von den Kristallplakaten, nur aus dem Wasser will trotz der langlebigen sozialen Kälte kein Schnee werden. Immer wieder geht mit Superman die Fantasie durch.

Zu guter Letzt fragt ihn die Dorfschönheit: "Wie schmecken Christbaumkugeln, Herr Superman?"
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Die Frage die sich mir hier stellt, wer ist Superman, fährt er wirklich Bus und hat er wirklich einen Bierbauch.

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Liebes neues Crewmitglied: Willkommen.
Es freut mich sehr.
Flo.gg.o

Wednesday, January 17, 2007

So what?

Eintrag ins Logbuch, Jänner 2007:

"Wie soll´s nun weiter gehen? Wieder in gewohntes Gewand, oder neue Schlüpfer und so weiter? Oder doch noch ein wenig weiter an den Rand der Welt segeln, vielleicht komme ich weiter dort hin wo ich eigentlich wollte.

Klar ist, dass die Crew mir die Stange hält, egal wie stark die Brise sein wird. Nur eines stellt sich mir in den Weg, ist dies der Hafen wo ich anlegen soll, oder noch ein zwei Wochen weitersegeln, um dann sicher zu sein dass ich richtig war. Die Vorräte reichen noch lange aus, die Inseln liegen auch mit einer gewissen Ruhe vor uns.

Nur meine innere Ungewissheit treibt mich an, treibt mich immer weiter in neue Gewässer. Nur die Freiheit lässt einem das Gefühl, am Leben zu sein. Es kommt der Tag die Sonne nicht mehr untergehen muss."

Ja es ist was im Anrollen.
c.f

Monday, January 08, 2007

Dick, dicker Dirk!

Ich kann mich an Winter erinnern, die waren wie heute. Die Krokusse, oder sind es die Kroküsse, sitzen in ihren Startlöchern, die Narzissen schieben auch schon die Köpfe ans Tageslicht, nur der Schnee bleibt aus. Die Spaziergänger schwitzen in die Winterkleidung, die normalerweise vor Frostbeulen bewahren hätte sollen.
Der Boden riecht nach Boden, die Tage werden länger.
Es ist die Zeit sich den Winter zu wünschen um den Frühlinglichen Gefühlen zu entfliehen. Ich will gerade noch keine Kroküsse.
Wer das Abenteuer sucht hat gerade keins?
Grüße,

Tuesday, January 02, 2007

Volle Gas im Rückspiegel

Ja ja, das war das Jahr 2006. 2006. Sechs Jahre nach der Jahrtausendwende, egal wie man rechnet es bleiben 6 Jahre. Ich kann mich an die Anfänge des neuen Jahrtausends noch wahrlich erinnern. Ich und ein weiterer Retter der Welt, beide im Retterkostüm, benebelt von Cola-Rum und Weinbier zusammen auf einem klapprigen Damenfahrrad radelten durch eine so genannte Vorstadt im Neuschnee und bliesen auf der Mundharmonika das Lied vom Tod.
2000 war das Jahr in dem das Wort Fleischkäse eine neue Bedeutung bekam.
2001 war das Jahr des großen Intercartrips.
2002 war das Jahr des großen Hochwassers in Nordspanien und Deutschland
2003 war das Jahr wo W.Bush den Irak angriff.
2004 war das Jahr in dem Maigefühl aufkamen, das bekanntlich alles neu macht.
2005 war das Jahr des Linksfahrens und der Bohnen.
2006 war das Jahr der nahen Fernreisen, des Noroviruses und der finnischen Sauna.

Piraten nehmen oft gern den längeren Weg. Sprich wir suchen den Umweg. Umwege erschließen einem die periphereren Räume. Auch wenn man immer wieder am selben Platz platznimmt, ändert sich die Perspektive durch den weiteren Weg des Umweges. Sonst wäre es ja nicht umständlich, eher mehr hinständlich wenn man nur den Hinweg sieht, oder gar rückständlich am Rückweg. Wenn man aber immer den Umweg neu betrachtet geht man nie in derselben Spur. Also ist der Umweg gar kein Umweg mehr sondern nur mehr ein Weg. Wenn man nun noch voraussetzt, dass Wege das Ziel sind ist man fast schon dort, wo man hin will obwohl man sich immer noch bewegt und eigentlich gar nicht still steht.