Wednesday, August 02, 2006

Land in Sicht

Kurzum, der Horror eines jeden Piraten ist der Satz Land in Sicht. Land in Sicht heißt immer anlegen und vorallem Ärger. Ärger. Ärger geht´s nicht, dachte ich mir. Immer wieder dachte ich mir, nein ärger geht´s nicht. Und dann spielt das Leben wieder eins auf. Das Leben kann sie alle, diese Lieder. Die Lieder von der Freiheit, von der Liebe, vom Abschied, von tiefer Trauer, vom Auslassen, von den Frauen, den Männern,... und von den Piraten. Piratenlieder? Ja, da fällt mir sofort Haul way Joe ein. Haul way, Joe!! Haul away. Aber in all diesen Liedern kommt nie die Zeile Land in Sicht vor. Allein dies ist schon ein Indiz, obschon Indiz ganz und gar kein Piratenwort ist, dass Land in Sicht kein Piratenausspruch sein kann.

Wie kommt nun dieser Gedanke mir in meinen verdammten Schädel? Er, der Gedanke, spukt, nein nicht spuckt, schon seit längerem in meinem Kopf herum. Irgendwann hab ich mal ein wenig Sand zwischen den Zehen gespürt und mich erinnert wie schön doch dieses Gefühl des Loslassens, das ewige Gefühl des Sicherseins, das Gefühl des inneren Friedens sein kann. Es ist schon lange her, als ich das zum letzen Male spürte, das Gefühl des Sands zwischen den Zehen, der mir meinen festen Boden ausmacht.

Kann man aber nach langer Zeit der Piraterei wieder in das Geschäft des Sand-Burgenbauers zurückkehren? Einmal Pirat, immer Pirat! Verdammt, ich komm der Freiheit einfach nicht aus, ich werde mich nicht fangen lassen, ich werde rennen bis ans Ende der Welt, bis ans Ende der Tage, frei sein. Frei sein. Ganz einfach nur frei sein. Sich nicht in zu enge Schuhe zwängen, sich nicht den Zwängen der Gesellschaften unterwerfen, sich immer einen Fluchtweg offen halten, das heißt echter Pirat sein. Und vor allem einstehen für seine Ideale.

Ich mach mich in Bälde auf nach Norden, ich werde über den Öresund blicken, den Bottnischen Meerbusen links liegen lassen, das Polarmeer ruft. Ich freu mich auf die Einsamkeit, auf die noch reduziertere Landschaft als damals in Schottland, ich freu mich auf die Stille, ich freu mich auf die Weite, es ist zwar noch nicht ganz die Arktis, aber arktisch wirds sicher und arktos aus dem Griechischen heißt bekanntlich Bär, also wirds sicherlich bärig!

Vielleicht geht sich der noch ein Post aus vor ich abhaue, sonst müsst ihr auf den Reiseeintrag warten. Wie lange noch geblogt wird, weiß ich nicht.

Dear English readers: i m not sure, if i should stay on the boat, or go back and settle in some save harbour. Well pirates can´t survive on the mainland, that true, maybe time has come to do something really new, i will have a wee chat with Jesse Seringo, the old famous cowboy, what he´d suggest. Mainland means worries, but i don´t want to worry about it, i want to have a life erse aboot feet, a life of freedom, just standing for my friends and not betraying my ideals. I gotta go way up north to the emptiness and loneliness of arctic sweden, having a look if i have a decent idea what will be my future like. So what?
I want to feel the wind in my face, to taste the salt of the sea, to smell seaweed and hear the sound of the roaring waves. Abandon ship means abandon hope.

c.floggo

2 comments:

Anonymous said...

Der Pirat

Nach José de Espronceda

Mit zehn Kanonen, blank an Bord,
mit vollen Segeln vor dem Wind,
die flink wie Mövenflügel sind,
streicht eine Barke durch die Flut:
die Barke des Piratenherrn,
auf allen Meeren ausgekannt
von einem bis zum andern Strand,
der "Hai" getauft für seinen Mut.

Im dunkeln Wasser hüpft der Mond,
im Tauwerk rauft und pfeift der Wind;
ein langer Silberstreifen rinnt
breit durch die blaubewegte Flut.
Und der Piratenkapitän
sitzt singend hoch an Steuers Rand,
links Asiens, rechts Europens Strand,
und singt und singt und schwenkt den Hut:

»Fliege, mein Segler, fliege,
unverzagt;
fliegst und segelst zum Siege!
Spottest der Stürme, der Klippen und Riffe,
der Himmelslaunen, der feindlichen Schiffe,
weil dein Herr sein Leben wagt!
Zwanzig Prisen
haben wir gemacht, haben die Staatsmützen
ausgelacht;
hundert Nationen
liegen und grüßen hier
mit ihren Flaggen
zu Füßen mir.
Denn meine Barke ist mein Reichtum,
denn mein Gesetz ist mein Begehr,
mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,
mein einzig Vaterland das Meer.«

»Könige streiten dadrüben
in blinder Gier
um ein paar Äcker Rüben.
Seht, ich lache! Meine Gefilde
reichen, soweit das weite wilde
Meer entrollt sein frei Panier.
Da ist kein Wimpel,
wie er auch glänze,
da keine Küste,
wo sie auch grenze,
die nicht Salut getan
meinem Geschlecht,
die nicht erkannten
mein Hoheitsrecht.
Denn meine Barke ist mein Reichtum
denn mein Gesetz ist mein Begehr,
mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,
mein einzig Vaterland das Meer.«

»Kaum schrein vom Mars die Jungen:
Schiff in Sicht!
rennt's schon mit vollen Lungen.
Hoi, alle Segel breit, Fersengeldsegel,
rennt es und rennt es; denn diese Flegel
lieben den König der Meere nicht.
Aber wie Brüder
Ich und Ihr,
meine Getreuen,
teilen die Beute wir.
Ein einzig Eigentum
nehm ich für mich
ohne Rivalen:
dich, Schönheit, dich!
Denn meine Barke ist mein Reichtum,
denn mein Gesetz ist mein Begehr,
mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,
mein einzig Vaterland das Meer.«

»Verdammt zum Höllenfeuer,
zum Tod am Strick,
sitz ich und lache euer!
Hütet euch, Schufte: wen ich mir lange,
den häng ich auf an der Segelstange,
vielleicht von seiner eignen Brigg!
Und wenn ich falle:
was ist das Leben!
Hab es schon damals
verloren gegeben,
als ich die Kette brach,
als ich, ein Held,
mir schuf mein eigen Recht,
mir meine Welt.
Denn meine Barke ist mein Reichtum,
denn mein Gesetz ist mein Begehr,
mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,
mein einzig Vaterland das Meer.«

»Melodieen wie brausend
Orgelgewühl
spielt mir im Nachtsturm, sausend,
meiner geschüttelten Taue Gestöhne,
meiner Kanonen Donnergedröhne
und des schwarzen Meeres Gebrüll.
Von ihren tobenden
Liedern umschnoben,
geh ich zur Ruhe,
wogenumwoben,
jubelnde Zungen
rings um mich her,
in Schlaf gesungen
vom Meer, vom Meer.
Denn meine Barke ist mein Reichtum,
denn mein Gesetz ist mein Begehr,
mein Gott der Wind, mein Reich die Freiheit,
mein einzig Vaterland das Meer!«

Aus dem Tagebuch: said...

tengo la lectora española !!!