Friday, September 14, 2007

Dschungel-fieber

Fieberarten gibts ja viele. Reisefieber zum Beispiel, die einen Freibeuter ziehen nach Namibia, die anderen angeführt von Fausto dem Schreckliche und Honsai sind an Thailändischen Gewässern zum Messerwetzen, wieder andere Flittern auf Sardinien und die anderen sind in Korsika um auf der rechten Seite der Straße zu brausen.

Aber auch Dschungelfieber gibts, auch wenn man nicht verreist. Wenn man in der Heimat, ich weiß ich wiederhole mich aber Heimat ist als Begrifflichkeit nicht einfach zu fassen und definiert sich von einem zum anderen sehr verschieden, den Dschungel sucht, findet man ihn. Die Abenteuer liegen sozusagen immer vor der Haustür, nur die Art und der Ort der Haustür sind die Variablen beim Abenteuer. Holztür und kalt- Nordhalbkugel, Bambus-blumenkettentür und heiß- Tropen, weise Möbel und großblonde Mitbewohnerinnen- Schweden, dunkle gediegene Möbel mit leichtem Hauch von Gauloises der schwarzhaarigen Mitbewohnerinnen- Frankreich, rotweißer Bettbezug stramme Wadel- Berghütte irgendwo alpin, leicht säuerlicher Geruch und/am Moskitonetz- Bovec Tonis Camp, Steinbruch und Feigenbaum vor der Haustür- Ort des schlechten Fischs: Bad-H(a)ering, Mövengekreische und Glen Morangie in der Nase- Aberdeen, usw. Wie die jeweiligen Abenteuer aussehen, ist immer von der Crew abhängig und vom Ort, nur man darf nie stehen bleiben, man muss immer weitergehen.

Man darf sich nicht festhalten lassen, sonst wird nichts aus dem teuflischen Plan. Ebensowenig darf man erschaudern, wenn man zufällig schamhaarähnliches gekrümmtes Haar am Plafond wiederfindet, da einem sicher nicht gehört. Des weiteren darf man keine Angst vor Eisbären, Küstenwüsten, Beereneis, wüsten Küsten, polaren Fuchsien, Eisblumen, fallendem Laub, roten Karten, gelben Verweisen, vergilbten Weisheiten, alten Aussichten an nebeligen Tagen, tropischem Fusspilz, Eierschwammelen und den grünen Mambas haben. Nur dann, wenn man eh schon macht, was man will, dann vielleicht, aber nur vielleicht, geht was weiter.
"Woher diese Haare in diesem Auto kommen, will ich nicht wissen, ich weiß nicht mal wie ich in diese Auto gekommen bin, nur im Hier und Jetzt war es wahr,..." sagte der alte Mann auf der Rückbank und kratzte sich wieder an der Nase, so als ob es das einfach Einfachste der Welt wäre, die ist ohnehin nicht schwierig genug, sich mit dem großen Zehen selbst an der Kniekehle sich selbst zu kitzeln.

Liebe Grüße an das Kreuz des Südens, den Polarstern wirds dann wohl noch später auch noch geben.
c.F.
PS: oft ist man verwirrt bei dem, was man so an so manchem Herbsttag so erlebt.

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