Tuesday, June 27, 2006

free fallin

vor nicht allzu langer zeit war es noch arschkalt in tirol, die ewige kälte schien fast schon zur naturkonstante verfahren, der schnee war so präsent als ob es nie und nimmer einen sommer oder was ähnliches geben würde und gegeben hätte.
nun ist die zeit des fussballs ins land gezogen und damit hat sich eine schier unerträgliche hitze über das land gestülpt. mitmenschen schwitzen ungeniert vor sich hin, als ob schwitzen die basalste tätigkeit von allen wäre, basaler als atmen. fussball hat alles in der hand, dabei geht auch unter, dass ein sehr verantwortvoller schießgeiler jäger unseren bruno am gewissen hat. bruno, rest in peace! wie hätte es anders kommen können, als mit einer ermordung der todesgefahr zu entrinnen. todesgefahr die immerhin allgegenwärtig war. hinter jedem busch, jedem stein und baum hat der gestandene älpler einen bären vermutet. dieser bär war dann schon gefährlich für tourismus, freizeitgesellschaft und vorallem bauern und schießwütige pajerowildhüter. man muss sich vor augen führen, dass dieser bruno doch schafe frisst und nicht wie uns universum verblümt verblödent vermitteln versucht dass bären auch vegetarier sein können weil sie beeren essen(ich halte das für einen tippfehler, bären essen bären, als keine vegetarier). aber dann hätten eben die gemüsebauern aus thaur und umgebung ihre kohlrabi verteidigt. auf zum schwur tiroler land. wie ist das nun, wenn man einen freien bären tötet, ohne dass man dies darf, auch ohne dass dieser einen gefährdet, ist man dann immer noch jäger oder ein wilderer? dem bären bruno gleich, der auch einfach und das ohne so genannte jagdprüfung drauflos schafe mordete. sind also bär und wildernder jäger auf der gleichen stufe? dürfen dann pflichtbewusste jäger wildernde jäger schießen. diese gefährden ja auch steinbock, hirsch und co.!

ich kann mich nur wiederholen, bruno, alias jj1, rest in peace.

unter der hitze leiden nicht nur die bärentöter, sondern auch die lifte. lifte in gebäuden. im uniturm, wo normalerweise drei der vier lifte funktionieren, war am montag nur mehr ein lift in betrieb. nun ja, man steigt im siebten stock ein und fällt mit dem fahrstuhl nach unten. am beginn der fallphase merkte ich zum ersten mal in meinem leben, dass sich meine augen nach oben auf die liftdecke richteten um den aus filmen bekannten vielstrapazierten notausgang zu suchen. was hilft ein notausgang, wenn man sich minus eins tief im boden befindet, in einer blechbüchse die gerade aus dem siebten stock gefallen ist. man kann sich ja zumindest vorstellen wie man aus diesem lift kommt, wenn man muss. unten angekommen, schlug mir die viel zitierte hitze ins gesicht, eine gruppe junger menschen hat schon das sprechen aufgegeben, nur mehr gebärdensprache. danke entlich keine heiße luft. und diese stille. ich konnte irgendwie die zikaden des mittelmeers hören. unterbrochen wurde dieser gedankliche ausflug durch eine schweißgetränkte fluchtirade: "der joe, der alte drecksack, greift der mizzi an die bruscht!" naja das ist innsbruck, die weltstadt.

ich verbleibe kaltschweißend
beste grüße
c.f.

No comments: